Patrick Rothfuss: Der Name des Windes

Inhalt:

"Vielleicht habt ihr von mir gehört" ... von Kvothe, dem für die Magie begabten Sohn fahrender Spielleute. Das Lager seiner Truppe findet er verwüstet, die Mutter und den Vater tot - "sie haben einfach die falschen Lieder gesungen." Wer aber sind die Chandrian, die weißglänzenden, schleichenden Mörder seiner Familie? Um ihnen auf die Spur zu kommen, riskiert Kvothe alles. In der Hafenstadt Tarbean schlägt er sich als Betteljunge durch, bis er als jüngster Schüler auf das Arkanum, die Universität für hohe Magie, aufgenommen wird. Vom Namenszauber, der ihn als Kind fast das Leben gekostet hätte, erhofft sich Kvothe die Macht, das Geheimnis der gefährlichen Dämonen aufzudecken.

Weitere Angaben:

• Seitenanzahl: (gebunden) 862

• Originaltitel: The Name of the Wind

• Auftakt der "Königsmörder-Chronik" (Trilogie)

• Verlag: Hobbit-Presse

• Die fortführenden Bände sind: 

◦ Die Furcht des Weisen, Teil 1

◦ Die Furcht des Weisen, Teil 2

▪ "Die Furcht des Weisen" wurde in Deutschland wegen der hohen Seitenanzahl gesplittet, in Teil 1 und 2.

◦ The Doors of Stone (noch nicht erschienen)

  • erschienen 2007, deutsche Erstauflage 2008
  • Auszeichnungen:
    • Quill Book Award 2007 in der Kategorie Science Fiction, Fantasy, Horror
    • Best Book of 2007 - FantasyLiterature.net
    • Best Books of the Year im Publishers Weekly in der Kategorie Science Fiction, Fantasy, Horror
    • Phantastik-Preis 2009 in der Kategorie "Bestes internationales Buch"

Meine Meinung:

"Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss habe ich zu Weihnachten geschenkt bekommen. Der Titel hat mein Interesse geweckt, aber ich habe es erst einmal liegen lassen, weil ich es eigentlich nicht auf meinem Wunschzettel stehen hatte und noch 14 andere Bücher auf mich warteten. Aber irgendwann habe ich es dann doch zur Hand genommen.

Der Prolog trug den Titel "Eine dreistimmige Stille". Und diese drei Worte haben mich unwiderruflich in den Sog der Geschichte um Kvothe gezogen. 

Patrick Rothfuss' Schreibstil raubt einem stellenweise wirklich den Atem, ist so eindringlich, dass man nicht das Gefühl hat, von Kvothe zu lesen, sondern einen Freund auf einer Reise zu begleiten. Kvothe erzählt seine Lebensgeschichte mit allen Fehlern, allen Triumphen und allen Geschehnissen, die ihn zu der Legende gemacht haben, die er ist. Man hat beinahe das Gefühl, sehen und spüren zu können, was er sieht und spürt. Diese Lebendigkeit trifft einem regelmäßig mitten ins Herz.

Die Hauptperson Kvothe ist noch einmal ein ganz anderes Thema. Es wird sofort klar, dass Kvothe ein Genie ist - im Alter von elf Jahren klingt er fast zu reif für sein Alter. Trotzdem ist sein Ton nie belehrend, Kvothe ist trotz seiner Klugheit ein Mensch, der Fehler macht; viele Fehler sogar.

Diese Unvollkommenheit nimmt einen genauso ein wie beispielsweise seine Trauer, die er um seine Eltern verspürt; das ist eben so eine Stelle, die einem beinahe das Herz schmerzen lässt. Man leidet und freut sich mit ihm und für ihn. Natürlich hat Kvothe nicht nur Fehler. Er ist ein grandioser Musiker, ein Genie, der berühmteste Magier seiner Zeit - so hält sich beides die Waage. Dadurch kann man sich sofort mit ihm identifizieren und sich in ihn hineinfühlen.

Natürlich ist die Magie außergewöhnlich - es ist halt Magie. Aber es ist nicht so, dass man irgendein Zeichen in die Luft malt, und auf einmal gibt's einen Feuerstoß. Die Magie - oder Sympathie, wie sie genannt wird - ist eine Wissenschaft für sich, keine Zauberei ohne Erklärung. Man kann sie nachvollziehen, und das ist gleichzeitig ernüchternd und faszinierend.

Ich kann diese Buch einfach nur jedem Fantasy-Leser empfehlen. Patrick Rothfuss wird nicht umsonst von Kritikern mit Tolkien verglichen.

Meine Wertung:

★★★★★